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gdkurs

Inhalt des Kurses

  • analoge und digitale Spiele, analysieren und verstehen
  • grundlegenden Werkzeuge und Vorgehensweisen der Spielentwicklung kennenlernen
  • eigene Spieleprojekte umzusetzen.
  • Der Ablauf und die Inhalte können je nach Vorwissen und Teilnehmer stark variieren.

Jeder Laborant hat IMMER ein Projekt das er/sie kurz in einem Satz beschreiben kann!

  • Generell hast du die Freiheit dich mit allem zu beschäftigen das auch nur entfernt mit Spielentwicklung zu tun hat
  • verpacke das was du lernen möchtest in ein kleines Projekt das einen klaren Anfang und ein klares Ende hat.
  • Bei der Formulierung deines Projekts hilft dir der Laborleiter!
  • Sollte dir kein klares Projekt zu dem was dich interessiert einfallen versuchen die Laborleiter ein möglichst geeignetes Projekt/Tutorial zu finden.
    • Sicherlich mag das nicht immer genau das sein was du dir eigentlich vorgestellt hast, aber es wird von dir erwartet das du entweder daran arbeitest oder dem Laborleiter einen Vorschlag machst was interessanter/spannender/besser wäre.
  • Laborleiter werden dir nicht alle 5 Minuten einen neuen Vorschlag machen, Eigeninitiative ist hier das Stichwort!

Minecraft als Entwicklungswerkzeug ist nur in Ausnahmefällen erlaubt

  • Mit Minecraft kann man Spielkonzepte umsetzen, ABER Minecraft bietet ein sehr hohes Ablenkungspotential und schon einige Laborantenprojekte sind gescheitert weil die Laboranten letztendlich nur Minecraft gespielt und sich keine Gedanken über ihr eigentliches Projekt gemacht haben.
  • Möchtest du also ein Minecraftprojekt umsetzen ist vorher ein erfolgreich umgesetztes anderes Projekt Voraussetzung, dies kann auch ein Tutorial z.B. zu Construct oder Javascript sein.
  • Zusätzlich musst du vor Entwicklungsbeginn ein schriftliches GameDesignDocument mit einer kurzen Beschreibung der wichtigsten thematischen und spielerischen Features deines Projektes verfasst haben!

Entwicklung ist nicht einfach!

Es hat seinen Grund warum die Entwicklung von Triple AAA Spielen hunderte von Menschen über meistens mehrere Jahre beschäftigt und dann das fertige Spiel immer noch Bugs aufweist oder nicht performant läuft. Entwicklung von Software und insbesondere von Spielen ist höllisch komplex. Erwarte nicht das du nach zwei Wochen das neue Skyrim in schöner, besser und größer umsetzen kannst. Um Spiele zu entwickeln benötigt man sehr verschiedene Menschen mit sehr verschiedenen Fähigkeiten und, was oft unterschätzt wird, diese Menschen müssen gut miteinander kommunizieren können! Am Anfang wirst du zumindest was die Kommunikation angeht keine Probleme haben, deine Projekte werden erstmal kleine “ein Entwickler kümmert sich um alles” Projekte sein. Das bedeutet aber auch das du bei der Qualität und Quantität deines Projekts Abstriche machen musst. Grob kann man sagen das bei einem Spiel vier Bereiche unterschieden werden können die ganz unterschiedliche Herausforderungen bieten:

Programmierung

Offensichtlich muss man sich um den eigentlichen Code des Projekts kümmern, also Objekte auf dem Bildschirm irgendwie dazu bringen auf Eingaben des Spielers zu reagieren. Dazu ist es besonders nützlich gewisse grundsätzlichen Strukturen von Programmiersprachen kennen und am besten auch in einer konkreten Programmiersprache implementieren zu können. Um Spiele selbst zu entwickeln ist es aber nicht zwingend nötig ein studierter Informatiker oder erfahrener Coder zu sein. Mittlerweile gibt es genügend Engines und Authoring Tools die den Programmieraufwand für kleinere Projekte immens verkleinern. Das schöne am Programmieren ist das es sehr viele Möglichkeiten gibt damit “warm” zu werden und es auch für nahezu jeden Menschen passende Programmiersprachen und Tools gibt.

Visualisierung

In jedem Spiel existieren irgendwelche Objekte die durch unseren Code auf die Eingaben des Spielers reagieren sollen. In den meisten Fällen möchten wir unsere Objekte nicht nur durch Text repräsentieren (wobei für den Anfang ein kleines Textadventure kein schlechtes Projekt ist) sondern möglichst ansprechende Grafiken nutzen. Mit der reinen Anzeige ist es aber selten getan, unsere Objekte bspw. unser Protagonist ( oder einfacher auch: Held, SC(SpielerCharakter) oder PC(für PlayerCharacter) ) soll ja auch in der Lage sein Emotionen auszudrücken oder zumindest eine glaubhafte Bewegungsanimation besitzen. Wir müssen uns also wohl oder übel mit dem Erstellen sogenannter “Assets” ( Sammelbegriff für alle im Projekt verwendeten Grafiken, Sounds usw. ) auseinandersetzen. Vielleicht bist du bereits ein begnadeter Zeichner, hast aber noch keine Ahnung wie du deine Zeichnungen digitalisierst und mit möglichst geringem Aufwand animierst, oder aber deine Zeichenskills beschränken sich darauf skalierte Versionen von Strichmännchen zu produzieren. Egal wie du also zur hohen Kunst der Visualisierung von imaginären oder realen Dingen stehst, als Spieleentwickler musst du Grafiken bearbeiten und sie oft auch selbst erstellen können. Hier hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr viel getan und Photoshop und Co. erlauben auch dem zeichnerisch Unbegabten ausreichend ästhetische Grafiken für sein Spiel zu erstellen.

Musik und Soundeffekte

Grafiken die sich bewegen wenn der Spieler eine Taste drückt sind ja gut und schön, dennoch gehört zu einem Spiel noch etwas mehr. Ohne die richtigen Soundeffekte, entsprechende Musik und gegebenenfalls Sprachausgabe ist es äußerst schwierig die richtige Atmosphäre für dein Spiel zu erzeugen. Auch lässt sich der Plot ( also die Geschichte die dein Spiel evtl. erzählt) heutzutage viel besser durch gesprochene Sprache vermitteln anstatt den Spieler mit langen Texten zu überfordern. Um Musik zu komponieren oder Soundeffekte aufzunehmen und zu bearbeiten gibt es analog zu Programmierumgebungen und Grafiktools entsprechend viele Programme. Auch bietet das Internet eine riesige Menge an Sounds und Musik die du theoretisch einfach in dein Projekt übernehmen kannst. Ich sage bewusst theoretisch, da du bei Musik und Sound besonders aufpassen musst keine Rechte zu verletzen. Dein Spiel mag zwar mit dem Pirates of the Carribean Soundtrack viel besser rüberkommen, trotzdem solltest du lieber nach einer freien Alternative suchen oder selbst komponieren, außer natürlich dein Spiel schafft es mehr als die Lizenzsierungskosten für den Soundtrack einzuspielen.

Last but definitely not least! Game Design!

Game Design steht in dieser Auflistung zwar zuletzt ist aber mit der wichtigste Aspekt der ganzen Spieleentwicklung. Game Design beschreibt sowohl die Mechanismen deines Spiels als auch die Charaktere und den Plot sowie alle sonstigen Objekte die es geben soll oder auch nur geben könnte.
Game Design kümmert sich um die Welt in der dein Spiel stattfindet, die Anzahl der Level und fragt sich immer : Macht dieses Spiel für den Spieler überhaupt Spaß? Du solltest IMMER mit einem Blatt Papier und dem Game Design bei einem Projekt anfangen. Hier legst du das Fundament für alles weitere, findest überhaupt heraus welche Grafiken du brauchst, wie viele Grafiken du brauchst,ob es 3D oder 2D Grafiken sein müssen, welche Musik genutzt wird , welche Soundeffekte benötigt werden usw. usw.

  • Braucht dein Spiel eine gute Story oder ist es eher gameplayorientiert ?
  • Wie weiß der Spieler was er als nächstes tun soll ?
  • Was bekommt er dafür, gibt es Quests, Missionen, Level?
  • Wenn ja, wie viele?
  • Was ist das Ziel des Spiels insgesamt?
  • Was kann der Spieler überhaupt machen?
  • Wer ist der Spieler überhaupt?

Du merkst, Game Design ist ein sehr weites und interdisziplinäres Feld. Game Designer können sowohl ein wenig Code schreiben als auch Grafiken bearbeiten und Sounds anpassen .
Als Game Designer bist du Generalist und versuchst den Spezialisten in deinem Team möglichst klar zu kommunizieren was du an Grafiken, Code oder Sounds etc. brauchst damit das Spiel besser, toller und spaßiger wird. Neben der generellen Strukturierung des Projekts solltest du auch einen Überblick über den Gesamtfortschritt des Projekts und die nächsten Milestones haben.
Du solltest also immer wissen was bis wann unbedingt noch zu tun ist. Auch solltest du gut darin sein aussagekräftige Tests durchzuführen und daraus abzuleiten was als nächstes geändert werden muss. Generell ist es in der Softwareentwicklung sehr wichtig sein Projekt möglichst schnell zu testen und dann immer und immer wieder zu verbessern und erneut zu testen. Dabei arbeitest du oft mit sog. Mock Ups d.h. wenn die Assets noch nicht zur Verfügung stehen behilfst du dir mit einem Quadrat statt der Grafik für den SC.

Game Producer und Projektmanager

Natürlich muss sich bei der kommerziellen Entwicklung auch jemand um die wirtschaftliche Seite eines Projekts kümmern, bei Spielen und auch bei Filmen ist das der sog. Produzent. Ein Produzent verantwortet das Budget eines Spiels und legt auch fest wie viel Zeit die Entwicklung des Spiels in Anspruch nehmen darf bzw. wann die Deadlines für Milestones etc. sind. Je nachdem sucht der Producer auch die Personen aus die am Spiel mitarbeiten. In größeren Projekten kann es dann auch spezielle Projektmanager geben die sich ausschließlich um die Kommunikation der Teammitglieder, die Organisation von Terminen und die Einhaltung der Deadlines kümmern.

Projekte abschließen > viele Projekte anfangen

So, wie du sicherlich erkannt hast ist die Entwicklung von Spielen ein sehr umfangreiches und komplexes Feld und erstmal darfst du alle angesprochenen Felder selbst ausfüllen. Du bist also für deine Projekte Grafiker, Programmierer , Sounddesigner Komponist und Game Designer in Personalunion ;) ! Das gute ist das du dir deine Deadlines selbst setzen kannst und ebenso wenn dich die Lust an einem Projekt verlässt einfach ein neues beginnen kannst. Kein Produzent wird dich wutschnaubend aufsuchen und zum weiterarbeiten zwingen ;) . Trotzdem solltest du versuchen etwas diszipliniert an die Entwicklung heranzugehen. Mittelmäßige aber abgeschlossene Projekte sind viel mehr wert als mehrere die zwar toll aussehn etc. aber die nicht abgeschlossen sind.

gdkurs.txt · Last modified: 2019/02/06 15:56 by baerdev